finally captured: die Nachfüllstation für Seitengescheitelte
unfassbare Beinfreiheit, aber kein Klo!Wenn die Stimmung richtig ist, kann man sich dem Strom der Großstadt an einem Samstag hingeben. Kann sich treiben lassen durch und mit den Menschenmassen. Wenn man den Monat in der Kleinstadt im Westen des Landes verbracht hat, dann ist man ein wenig überrumpelt. Nicht mehr gewohnt, sich seinen Weg zu bahnen. Ein wenig irritiert, wenn die Leute plötzlich nicht mehr "Hi, how are you?" sagen. Und von der Hauptstadt nicht besonders positiv beeindruckt. Alles ist sehr britisch, findet man. Allem fehlt das Irische, denkt man. So, als habe die Zeit in Galway, dem Tor nach Connemara, einen schon fast selbst zum Gälen gemacht. Das nervige Rumgeschiebe vor dem Book of Kells, der historischen Bedeutung so unangemessen. Dann betritt man die Bibliothek und hat das Gefühl, einem bleibe die Luft weg. Hier ist es nun. Ich erinnere mich an einen Abend vor vielen Jahren, als ich im Pub saß und ein Bild, aufgenommen aus genau der Perspektive die sich mir gerade bietet, über mir hing. Ich dachte: "Dort will ich sein." Aber ich habe mich dort alleine gesehen, in Ruhe. Ich wollte die Bücher anfassen und riechen und den Tag an mir vorbeiziehen lassen, lesend. Unmöglich. Ein Gedankenfoto und dann weiter zum Souvenirshop. Auf der Fahrt nach Hause, raus aus dem Lichtkegel blickt man aus dem Busfenster ins schwarze Nichts. Es ist so unvorstellbar dunkel und einsam. Nur die vereinzelten Haltepunkte offenbaren, dass dort draußen tatsächlich Menschen leben. Sie stehen vor den Bars und rauchen und man merkt: Dorf ist auch überall auf der Welt gleich. Und man freut sich auf daheim.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen