Montag, 1. September 2008

angekommen.endlich.

Aller Anfang ist schwer. Ich war nicht darauf vorbereitet, wie einsam ich mir vorkommen würde. Jedoch merkt man mit der Zeit: alleine reisen macht einen zwangsläufig offener. Man kommt viel eher mit Menschen ins Gespräch. Mit Shawn aus Minnesota, USA zum Beispiel, der auf dem Flug nach Shannon den Schauspieler Aidan Quinn getroffen und sich sein Autogramm besorgt hat. Der mich am Ende des Tages zu einem Eis einlädt und mit einer Umarmung von mir verabschiedet. Oder das nette Mädchen aus der Nähe von Zürich, das einen Sprachkurs hier macht. Und auch Esther heißt. So streifen wir durch Connemara: Esther, Esther und Shawn.




Der letzte Film, den ich vor meiner Abreise gesehen habe war "Into the Wild". Ich musste oft daran denken in den letzten Tagen. Ich stand dort, inmitten von Rauheit und wilder Schönheit, inmitten einsamer Berge, inmitten abgelegener Täler, deren Flüsse schwarzes Wasser führten. Die Luft riecht nach Torf da draußen. Es ist atemberaubend. Es ist so wunderschön. Und ich habe mich dafür gehasst, dass ich die ganze Zeit die Kamera zwischen mir und dieser Schönheit hatte, so als könnte ich sie nicht direkt an mich heranlassen, als ob es dann alles zu real werden würde, zu direkt, zu nah. Denn wie sich herausstellt stimmt es tatsächlich: Happiness is only real when shared. So oder so notiert es die Hauptfigur in "Into the Wild". Diese unfassbare Landschaft, die Wolken, deren Schatten sich an den Hängen der Berge abzeichnen - ich wünschte, ich hätte es jemandem direkt zeigen können, es vor Ort mit jemandem teilen können, anstatt es nur zu fotografieren und als elektronische Konserve zu verwerten.






Mein neuer Freund Rio und ich haben heute einen Ausflug an den Strand gemacht. Rio ist mein neues Fahrrad, dass ich für schlanke 80 Tacken 4 Monate lang gemietet habe. Linksverkehr und Schauer (schließlich regnet es in Irland nicht, das sind immer nur kurze Schauer!) und bei Gegenwind die Strandpromenade entlangpetzen...das ist gut. Dass ich echt am Meer lebe jetzt - unbegreiflich. Und dass ich theoretisch - also wenn ich ein Auto hätte - auch mal spontan an der EMO-Tankstelle tanken könnte, ebenso.








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