Sonntag, 28. September 2008

Once I Pass'd through a Populous City

finally captured: die Nachfüllstation für Seitengescheitelte

unfassbare Beinfreiheit, aber kein Klo!

Wenn die Stimmung richtig ist, kann man sich dem Strom der Großstadt an einem Samstag hingeben. Kann sich treiben lassen durch und mit den Menschenmassen. Wenn man den Monat in der Kleinstadt im Westen des Landes verbracht hat, dann ist man ein wenig überrumpelt. Nicht mehr gewohnt, sich seinen Weg zu bahnen. Ein wenig irritiert, wenn die Leute plötzlich nicht mehr "Hi, how are you?" sagen. Und von der Hauptstadt nicht besonders positiv beeindruckt. Alles ist sehr britisch, findet man. Allem fehlt das Irische, denkt man. So, als habe die Zeit in Galway, dem Tor nach Connemara, einen schon fast selbst zum Gälen gemacht. Das nervige Rumgeschiebe vor dem Book of Kells, der historischen Bedeutung so unangemessen. Dann betritt man die Bibliothek und hat das Gefühl, einem bleibe die Luft weg. Hier ist es nun. Ich erinnere mich an einen Abend vor vielen Jahren, als ich im Pub saß und ein Bild, aufgenommen aus genau der Perspektive die sich mir gerade bietet, über mir hing. Ich dachte: "Dort will ich sein." Aber ich habe mich dort alleine gesehen, in Ruhe. Ich wollte die Bücher anfassen und riechen und den Tag an mir vorbeiziehen lassen, lesend. Unmöglich. Ein Gedankenfoto und dann weiter zum Souvenirshop. Auf der Fahrt nach Hause, raus aus dem Lichtkegel blickt man aus dem Busfenster ins schwarze Nichts. Es ist so unvorstellbar dunkel und einsam. Nur die vereinzelten Haltepunkte offenbaren, dass dort draußen tatsächlich Menschen leben. Sie stehen vor den Bars und rauchen und man merkt: Dorf ist auch überall auf der Welt gleich. Und man freut sich auf daheim.

Freitag, 19. September 2008

International Talk Like A Pirate Day

Ist heute. In meiner Vorlesung sitzt zwei Reihen hinter mir ein Junge mit Augenklappe. Leider hat niemand einen Papagei auf der Schulter oder eine Hakenhand. Dass es sowas wie einen Feiertag zu Ehren von Seemannsgarn gibt, weiß ich auch erst, seitdem ich den Kalender der Student's Union der Uni Galway habe. Den gibt es zum Semesteranfang für umme und alle. Neben einem richtigen Kalender mit Datum und Wochentag und so finden sich darin eben auch solch nützliche Informationen. Eigentlich ist das Ding ein Überlebensguide. Es verrät einem die hohe Kunst der irischen Mülltrennung ("Es hat Essen berührt! Also ist es nicht recyclebar!" "Du willst die Butterdose doch nicht etwa ungespült entsorgen, oder?"), anschaulich bebildert. Es beinhaltet alle Öffnungszeiten - Bookshop, Bibliothek und College Bars - und eine Übersicht über das umfangreiche Sport- und Clubleben. Ich sage nur: Bogenschießen! Und natürlich mein Favorit: die Nothing Specific Society. Wertvolle Tips zum Thema Alkohol und Illegale Drogen nicht zu vergessen: "Start drinking late!", "Don't drink more than ten pints a week!" "Most drugs have positive and negative effects as well as potential risks!". Es gibt sogar Kochrezepte, und was ist wohl eines davon? Quasi die kleine Schwester vom frittierten Mars! Mars und Rice Crispies in geschmolzener Butter braten und dann nochmal schön geschmolzene Schokolade drüber. Hmmmmmmmm. Aber der absolute Knaller ist das A bis Z: Besorg' dir 'ne Wärmflasche! Keyring! Uggs! Umbrella! Yellow Thing! Weekend! Apropos Weekend: der irische Student fährt am Wochenende heim. Beziehungsweise lässt sich von Mutti abholen und nimmt Schmutzwäsche mit heim und Essen mit zurück. Des weiteren hat mir mein Mitbewohner Arne erzählt, dass die irischen Studenten bereits dreimal mündlich und einmal per Mail darauf hingewiesen worden sind, dass im Moment die Mumps die Runde an der Uni macht und erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. Den internationalen Studenten hat das natürlich wieder keiner gesagt, aber never mind, right? Warten wir einfach bis zur Shag Week im Februar und stecken uns da an...ich meine: SHAG WEEK. Kein Scherz! Und wo wir gerade beim Thema sind: falls irgendjemand überlegt, mal rüber zu kommen...in Galway findet am 25. und 26. Oktober das Great Irish Beer Festival statt.
Cheers*

Freitag, 12. September 2008

Mal so ein kurzes Update...

--> Neue Mütz und rattenscharfer Gesichtsausruck...geht Hand in Hand!...und noch ein paar Fotos für zwischendurch. Gerade habe ich mir eine weltklasse Kartoffelsuppe gezaubert, dazu gab's 'nen crazy Smoothie von Sheila. Grand! Ohne 'e'. Mit ist der Lebensretter-Latte in der Uni-Cafeteria. Mein armer Mitbewohner Arne hat das ganze Wochenende Nachtschicht im Hostel und muss vorschlafen. Ungeil. Heute ist ein richtig schöner, sonniger und milder Abend, siehe hier:



Geht aber auch anders, so nämlich:

Ich dachte mir außerdem, ich mache mal ein paar Fotos von meinem cosy room:

Kuschelbett

Kleiderschrank, proudly sponsored by Penney's

Lektüre

ansonsten kloppe ich vielleicht einfach nochmal ein paar Bilder bei sudivz online.

So long...

Sonntag, 7. September 2008

my heart will go on like a bat out of hell, dancing queen!




Ja ja, Karaoke. Bohemian Schnapsidee. Galway Hooker. Du ahnst es nicht! Rock'n'Rolla bei Celine Dion, Carlsberg on the Dancefloor. Das Studentenleben fängt mit einer Karaokeparty an, nicht die schlechteste aller Ideen, wie sich heraustellt. Zusammen gröhlen verbindet, wie wir alle wissen. Ein weiterer Erasmus, ich sach' ma' Typ Teim, knallt erstmal "Bat out of hell" von Meat Loaf raus. Noch ein Schnaps und die Anne und ich wären auch am Start gewesen - leider leider war dann Schluss. Zwischendurch intensive talsk und no copies. Bei der Einführungveranstaltung erstmal der Police-Officer am Start, der die ca. 99% amerikanische Studenten eiskalt abbügelt. Ich war kurz vor der Standig Ovation.

Montag, 1. September 2008

angekommen.endlich.

Aller Anfang ist schwer. Ich war nicht darauf vorbereitet, wie einsam ich mir vorkommen würde. Jedoch merkt man mit der Zeit: alleine reisen macht einen zwangsläufig offener. Man kommt viel eher mit Menschen ins Gespräch. Mit Shawn aus Minnesota, USA zum Beispiel, der auf dem Flug nach Shannon den Schauspieler Aidan Quinn getroffen und sich sein Autogramm besorgt hat. Der mich am Ende des Tages zu einem Eis einlädt und mit einer Umarmung von mir verabschiedet. Oder das nette Mädchen aus der Nähe von Zürich, das einen Sprachkurs hier macht. Und auch Esther heißt. So streifen wir durch Connemara: Esther, Esther und Shawn.




Der letzte Film, den ich vor meiner Abreise gesehen habe war "Into the Wild". Ich musste oft daran denken in den letzten Tagen. Ich stand dort, inmitten von Rauheit und wilder Schönheit, inmitten einsamer Berge, inmitten abgelegener Täler, deren Flüsse schwarzes Wasser führten. Die Luft riecht nach Torf da draußen. Es ist atemberaubend. Es ist so wunderschön. Und ich habe mich dafür gehasst, dass ich die ganze Zeit die Kamera zwischen mir und dieser Schönheit hatte, so als könnte ich sie nicht direkt an mich heranlassen, als ob es dann alles zu real werden würde, zu direkt, zu nah. Denn wie sich herausstellt stimmt es tatsächlich: Happiness is only real when shared. So oder so notiert es die Hauptfigur in "Into the Wild". Diese unfassbare Landschaft, die Wolken, deren Schatten sich an den Hängen der Berge abzeichnen - ich wünschte, ich hätte es jemandem direkt zeigen können, es vor Ort mit jemandem teilen können, anstatt es nur zu fotografieren und als elektronische Konserve zu verwerten.






Mein neuer Freund Rio und ich haben heute einen Ausflug an den Strand gemacht. Rio ist mein neues Fahrrad, dass ich für schlanke 80 Tacken 4 Monate lang gemietet habe. Linksverkehr und Schauer (schließlich regnet es in Irland nicht, das sind immer nur kurze Schauer!) und bei Gegenwind die Strandpromenade entlangpetzen...das ist gut. Dass ich echt am Meer lebe jetzt - unbegreiflich. Und dass ich theoretisch - also wenn ich ein Auto hätte - auch mal spontan an der EMO-Tankstelle tanken könnte, ebenso.