So sehr ich die irische Sprache auch mag, wie man rein Aussprache-mäßig 'Sligo' in 'Schligoch' verhunzen kann, ist mir ein Rätsel. Auch die Tatsache, dass der Ire offensichtlich nicht allzusehr von der Notwendigkeit sanitärer Anlagen überzeugt ist, führt zu Nahtoderfahrungen. Okay, 2 Stunden Busfahrt kann man mal ohne Klo aushalten. Muss man aber nicht. Also muss man notgedrungen schon, weil Reisebusse ja offensichtlich nicht mit einer Toilette ausgestattet sein müssen. Dafür regnet's dann aber in den Bus rein, was ja irgendwie auch ein Ausgleich ist. Nichtsdestotrotz war unser kleiner Trip gen Norden eine gute Entscheidung. Sligo ist eine wunderschöne Stadt, die direkt an einem Berg liegt, der aussieht wie der Tafelberg in Kapstadt. Ich hab natürlich wieder nicht aufgepasst, wie der heißt - dammit! Ach, ja und Wasser hat es da auch, so den Atlantik...weisse Bescheid?! Oh Mann, ich habe das Gefühl, irgendein Zombie hat mir das Gehirn ausgelutscht. Sprechen=schwer. Wo war ich? Sligo, genau. Je weiter man von Galway aus Richtung Norden fährt, desto rauher und unwirtlicher wird die Landschaft. Selbst um Galway herum hat man ja bereits die Karstlandschaft des Burren oder die weiten Torffelder Connemaras, aber Richtung Sligo werden die Berge massiver, es ist neblig und kaum noch grün. Ein bißchen sieht es so aus, wie ich es mir in den schottischen Highlands vorstelle. Ich bin gespannt, wie es wohl noch weiter nördlich - in Donegal beispielsweise - sein mag. Hier soll das Land noch atemberaubender sein und außerdem sagen alle Iren, die ich bis jetzt getroffen habe, die Leute aus Donegal hätten den schönsten Akzent - weil er schon fast schottisch klingt. Ansonsten haben wir uns in Sligo einen netten Abend gemacht, geradezu königlich gespeist, Weinchen getrunken und hinterher noch im Pub einer fantastischen Sängerin gelauscht. Amanda hat sich das wahrscheinlich größte Pint der Welt bestellt und später mussten wir mit dem Taxi ins Hostel fahren. Vorher waren wir allerdings noch im Tesco und haben die Halloween-Abteilung unsicher gemacht. Ich lag da auch irgendwann auf dem Boden...
Irgendwie seh' ich garnicht verkleidet aus...

Amanda und das wahrscheinlich größte Pint der Welt...
Ach ja, Halloween. Hat sich mir irgendwie wie eine Mischung aus Fasching (mit mehr Blut) und Silvester aufgedrängt. Hier in der Stadt war am Donnerstag und am Freitag High Life, das komplette Zentrum voll mit Mumien, Vampiren, Teufeln, Superhelden, Teletubbies. Meine persönlichen Verkleidungshighlights waren allerdings: Slim Shady, Towlie, das ewig bekiffte Handtuch aus 'South Park', i-pod und ein Mädel ist als Gitarre gegangen - sensationell. Sensationell übrigens auch das folgende: in der Großraumdisse (also Großraum für Galway-Verhältnisse) anstatt DJ erstmal eine Liveband am Start, die hintereinander weg folgende Liedkombination zum besten gibt: Wonderwall-Starlight-Bohemian Rhapsody-Time is running out-Killing in the name of-Tribute und als Rausschmeißer: Hey Jude. Das hat mich froh gemacht und ich betrachte es als unfassbaren Service an meinen geschundenen Trommelfellen. Einziger irritierender Punkt: all diese jungen Hüpfer kannten Tenacious D nicht. Und bei Killing in the name of war ich auch fast die einzige, die mitsingen konnte...erzieherische Maßnahmen sind notwendig...
I'll keep you updated*