Sonntag, 19. Oktober 2008

Herbsthalbzeit

Das Laub raschelt unter meinen Schritten, der Atlantikwind frischt auf und wächst sich zu einem Sturm aus. Sprühregen, Irish Mist. Es ist unfassbar: erst zwei Monate, schon zwei Monate. Wo ist die Zeit nur geblieben? i-tunes fördert Johnny Cashs Version von 'Hurt' zu Tage, und ich kann es ertragen, zum ersten Mal seit Ewigkeiten. On a Sunday.
I know, I'll be coming home to you.
I know I'll be leaving home for you.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

im westen nichts neues

So, Freunde...es gibt nicht allzu viele Neuigkeiten aus Irland zu vermelden. Das Leben geht seinen gewohnten Gang und urplötzlich ist ultraviel für die Uni zu tun - was damit zusammenhängen könnte, dass ich den ersten Monat auch nicht wirklich mit uni-relevantem Gedöns vertan habe. Meine Eltern waren zu Besuch, wir haben viel Touri-Kram in Dublin gemacht und sogar das Book of Kells für die Guiness-Brauerei links liegen lassen. Am Sonntag bin ich dann ganz erledigt nach Galway zurückgekehrt. Ich muss sagen, dass mich die Großstadt auch im zweiten Anlauf nicht wirklich vom Hocker reißen konnte - mit Ausnahme des Promi-Vorortes Dalkey. Direkt an der irischen See gelegen ist es hier wirklich ganz schnucklig. Heute Abend ist Fussball im Fernsehen. Irland-Zypern, ein Klassiker. Allerdings ist Fussball (hier übrigens auch 'soccer' genannt, um Verwechslungen mit Gaelic Football zu vermeiden) auf der Insel nur der viertwichtigste Sport und rangiert in der Beliebtheit hinter Rugby, Hurling und eben Gaelic Football. Man muss auch ehrlich zugeben: wenn man mal so ein Rugby-Spiel gesehen hat, wirkt daneben alles andere wie weichgekocht. Meine Freundin Amanda ist hier an der Uni dem Rugby-Team beigetreten und schon total Feuer und Flamme. Ich habe ihr vorgeschlagen, dass sie vor ihrem ersten Spiel unbedingt noch einen richtig furchteinflößenden Spitznamen braucht, zum Beispiel 'Jawbreaker'. Was ist das? Autokorso??? Hab' ich was verpasst? Nee, doch nicht! Nur irgendwelche Prolls. Ach apropos: ich hatte mich ja hier in einer Proll-freien Zone gewähnt, zumindest anfangs. Als die Uni allerdings losging, musste ich feststellen: picklige, pubertierende Bratzen all überall. Mit 17 mit der Uni anfangen ist für den Mitstudierenden auch rein optisch oft schwer zu ertragen. Und die Jogginghosen-Dichte erst - ihr ahnt es nicht. Des weiteren bin ich fleißig auf ticketmaster.ie unterwegs, denn ich habe eindeutig Konzertnotstand. Bisher habe ich aufgetan: Motörhead an Halloween, Dirty Pretty Things im lokalen Indieschuppen und Tracy Chapman für 50 Tacken. Hmmmmmmm...ich werde euch davon berichten. Bis dahin!